
Vortrag und Diskussion zur Psychologie des Subjekts im Faschismus und
dessen Voraussetzungen in den bürgerlichen Kategorien von Nation und
Geschlecht
Eine Veranstaltung mit Marcel Wolters in der Druckerei, Gängeviertel, Valentinskamp 32 am Dienstag, 4. Februar 2010.
Beginn des Vortrages ist um 19 Uhr.
Eine Analyse der gesellschaftlichen Entstehungsbedingungen faschistischer Ideologien klärt nicht, wie diese Ideologien auf Subjektebene umgesetzt werden. Die Analyse so einer Umsetzung greift notwendig zu kurz, wenn sie das Geworden-Sein der Subjekte als nationale und geschlechtliche Wesen nicht reflektiert.
Denn die bürgerliche Gesellschaft als Nährboden der verschiedenen Faschismen ist ohne Geschlecht und Nationalität nicht denkbar. Somit kann angenommen werden, dass Geschlecht und Nationalität ebenso zu den Voraussetzungen faschistischer Vergesellschaftung zählen.
Ausgehend von der Psychoanalyse des soldatischen Mannes, vorgelegt in Klaus Theweleits „Männerfantasien“, wird der Versuch unternommen, das Geschlecht selbst, seine Verbindung zur Nation und seine Bedeutung für faschistische Ideologien, kritisch-psychoanalytisch zu zerlegen. Geschlecht und Nation müssen gefühlt werden. Wie funktioniert das? Wie lässt sich dieses Gefühl wieder aufbrechen?
Zur Annäherung an diese Fragen werden Theweleits Begriffe und Thesen aus zwei Richtungen kritisch durchschritten. Mit Thomas Laqueur und Judith Butler wird untersucht, wie tragfähig sie noch sind, wenn geschlechtliches und nationales identifizieren als solches nicht vorausgesetzt wird. Aus der Perspektive marxistischer Subjektwissenschaft stellt sich zudem die Frage, inwieweit Theweleits Kategorien historisch-empirisch entwickelt sind.
In Hamburg hat sich ein Bündnis aus verschiedenen Gruppen und Einzelpersonen gebildet, um die antisemitische Blockade des Films „Warum Israel“ vom 25. Oktober zu skandalisieren. Das Bündnis veranstaltet am 13. Dezember eine Demonstration, um die Wiederholung des Filmes zu unterstützen. Ein Link zum Bündnis findet sich hier
Am Sonntag, den 25. Oktober 2009 sollte im Programmkino „B-Movie“ in der Hamburger Brigittenstraße der Dokumentarfilm „Pourquoi Israel“ des Résistance-Kämpfers und Antifaschisten Claude Lanzmann gezeigt werden. Eine gemischte Gruppe aus dem Umfeld des „internationalen Zentrums B5“, der „Sozialistischen Linken“ (SoL) und der „Tierrechtsaktion Nord“ (TAN) verhinderte diese Veranstaltung mit einer Blockade. Die Gruppe trat extrem aggressiv auf und einige Blockierer_innen schlugen auf Kinobesucher_innen ein. Desweiteren wurde aus den Reihen der Antiimps unter anderem „Schwuchteln“ und „Judenschweine“ gerufen. Für eine detaillierte Darstellung der Ereignisse des Tages verweisen wir auf die Stellungnahmen der veranstaltenden Gruppen, Kritikmaximierung und B-Movie sowie auf den Bericht einer anwesenden Person.
Wir empfinden eine solche Aktion als unerträglich. Sie zeigt auf, dass es seitens der linken Szene nach wie vor dringend notwendig ist, sich mit Antisemitismus und Antizionismus auseinander zu setzen. Ebenso muß dem gewalttätigem Verhalten der genannten Gruppen etwas entgegengesetzt werden.
An dieser Stelle möchten wir darauf hinweisen, dass es am 30. Oktober neben dem ohnehin schon von B5, SOL und TAN ausgeübten Bedrohungsszenario, erneut zu einem körperlichem Angriff in Form eines Schlags ins Gesicht auf eine israelsolidarische Person kam. Der Angreifer hatte sich bereits am vorherigen Sonntag sehr engagiert gezeigt.
Die Ereignisse haben zum wiederholten Male öffentlich dokumentiert, dass emanzipatorische Theorie und Praxis nur gegen diese Gruppen und ihr Umfeld umgesetzt werden können, und nicht gemeinsam mit ihnen. Dafür wäre es nötig das sich innerhalb der Linken ein Konsens entwickelt der diesen Agitator_innen die Grundlage entzieht indem ihnen der Zugang zu linken Strukturen von Bündnisarbeit bis Schanzenfest verwehrt wird!
Nach der Veranstaltung wollen wir noch ein wenig von dem netten Abend in unseren Blog hinüber retten:
- In Leipzig gibt es eine Pennplatzbörse für Anreisewillige. Meldet euch bei den Genoss_innen unter antide2009@blacksec.org
- Unter www.wendefokus.de findet ihr eine Seite, die sich ausführlich mit verschiedenen Perspektiven der Linken auf die „Wende“ beschäftigt und die euch hiermit wärmstens empfohlen wird
- es hat sich am Dienstag bestätigt, dass die Ereignisse 1989 einer intensiveren inhaltlichen Bearbeitung in der radikalen Linken bedürfen
…und natürlich rufen wir dazu auf, am 10. nach Leipzig zu reisen und sich an der Demonstration zu beteiligen

Am Dienstag, den 22. September veranstalten wir eine Informationsveranstaltung zur Demonstration „still not lovin‘ Germany“.
Um 20 Uhr wirds in der Roten Flora losgehen und wir freuen uns auf euren Besuch.
Im Jahre 2009 feiert sich die deutsche Nation: 60 Jahre Bundesrepublik und 20 Jahre „friedliche“ Revolution werden begangen. In diesen Feierlichkeiten vergewissert sich die deutsche Nation ihrer selbst, präsentiert sich als Nation der Moderne und bietet der Bevölkerung einen entspannten Nationalismus, ein entspanntes Gemeinschaftsgefühl an. Um diese Angebote machen zu können, wird zurechtgebogen, was nicht passen will und der deutsche Nationalismus rehabilitiert.
In der Veranstaltung wollen wir die deutschen Mythen der Nation destruieren, erklären, warum es sich bei der deutschen Geschichte nach 1945 nicht um eine Entwicklung von Freiheit, Demokratie und Wohlstand handelt. Und wir wollen fragen, was Deutschland 2009 heißt, ob es sich hierbei um eine besondere Nation handelt oder um eine weitestgehend normalisierte Nation in der internationalen Standortkonkurrenz. Und wir wollen darlegen, warum auch 2009 weder Deutschland speziell noch Nation allgemein für positive Bezugnahmen oder ein entspanntes Zurücklehnen geeignet sind.
Die Veranstaltung ist eine inhaltliche Mobilisierungsveranstaltung für die bundesweite Demonstration am 10. Oktober 2009 in Leipzig.
Eine Veranstaltung des „Arbeitskreises 2009″ (Leipzig)
Kampagnenseite
Flyer Mobilisierungsveranstaltung Hamburg
Aufruf (pdf)
Wer sich für unsere Sendung zur Kritik des Antiziganismus interessiert, kann diese gegen eine Interessenbekundung auf elektronischem Wege zugeschickt bekommen.
Die email müsste an antigravitationistische(at)nadir.org gehen, wer lieber verschlüsselt kommunizieren mag, findet unseren pgp-key auf der rechten Seite.
Für alle Interessierten und alle, die unsere Veranstaltung am 8. Juni verpasst haben, weisen wir auf unsere Radiosendung im Freien Sender Kombinat hin. Dabei senden wir die Aufzeichnung der Vorträge von Markus End und Roswitha Scholz und werden in einer erneuten Diskussion versuchen, ein inhaltliches Fazit aus unserer Beschäftigtung mit der Gegenwart und Kritik des Antiziganismus zu ziehen. Die Sendung läuft am 7. August von 10 bis 12 Uhr auf FSK auf 93,0 MHz und wird hinterher leider nicht im Internet zum Nachhören zu haben sein – schaltet FSK ein!
Hiermit veröffentlichen wir unser aktuelles Flugblatt zum „Bundesweiten Bildungsstreik 2009″. Wir hoffen, damit in- und außerhalb dieser Protestbewegung zu Diskussionen anregen zu können.
Ohne Frage sind die deutschen Universitäten in einem erbärmlichen Zustand: Strukturen werden entdemokratisiert, das Studium mit Bachelor- und Masterstudiengängen verschult und allgemein der Leistungsdruck auf Studierende erhöht. Auch wir haben vor einigen Jahren aktiv an Studierendenprotesten gegen die damals schon schlechten Studienbedingungen teilgenommen und haben uns zunehmend kritisch mit den Forderungen der damaligen Protestbewegung auseinandergesetzt. Dabei haben wir die Erfahrung gemacht, dass es immer darauf ankommt, welche Inhalte geäußert und wie diese in die Öffentlichkeit getragen werden. Beim „Bildungsstreik“ sind unserer Ansicht nach viele der Inhalte genau so verkürzt, widersprüchlich und fragwürdig wie im damaligen „Summer of Resistance“, weshalb wir erneut mit einer Kritik zu Diskussionen anregen wollen.
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