Archiv Seite 2

Gastbeitrag: … denn sie wissen, was sie tun

Aus aktuellen Anlass veröffentlichen wir an dieser Stelle einen Gastbeitrag, den Genoss_innen von uns für die November-Ausgabe des Transmitters verfasst haben, die Programmzeitschrift von FSK 93.0. Ziel des Textes ist es, eine Veranstaltung in Hamburg zu skandalisieren, bei der bekannte linke Antisemit_innen aus Hamburg planen, die Kritik des Antisemitismus in der Linken als Teil einer „Kampagne” gegen die Partei „Die Linke” zu verkaufen.
Arnold Schölzel (Junge Welt, früher Stasi) Susann Witt-Stahl (TAN) und Thomas Immanuel Steinberg (SteinbergRecherche, bekennender Antisemit) haben sich dafür ausgerechnet den – jawollja! – 9. November ausgesucht, den Jahrestag der Novemberpogrome von 1938. Wie linker Antisemitismus und Schlussstrich-Mentalität sich bei diesen wahrhaft deutschen Linken verquicken, analysieren die Genoss_innen von der Gruppe Krawehl in ihrem Beitrag.

… denn sie wissen, was sie tun
Teile der Hamburger Linkspartei wollen ausgerechnet den Gedenktag des 9. November nutzen, um erneut den Antisemitismus in der deutschen Linken zu leugnen.
(mehr…)

Bericht von der Demo

Am 3. Oktober demonstrierten rund 700 Menschen in Bonn gegen die deutschen Einheitsfeierlichkeiten. Die inhaltlichen Auseinandersetzungen im Vorfeld der Demonstration zeigten sich dann auch im Demonstrationszug, der bereits von außen kenntlich in zwei große Fraktionen gespalten war. Jeweils etwa die Hälfte der Teilnehmer_innen entschieden sich für die Teilnahme im Block der Bündnisse “Imagine there’s no Deutschland”1 bzw. “Friede, Freude, Eierkuchen”2, die wie durch den Lautsprecherwagen getrennte Demonstrationen wirkten. Diesen folgte ein zweiter Lautsprecherwagen der anarchistischen ASJ mit einem kleinen Tanzblock.
Die Trennung zeigte sich nicht nur in den Transparenten und Fahnen, sondern auch in den Redebeiträgen. In dem am Startort abgespieltem Text des Imagine-Bündnisses3, wurde der sogenannte Teaseraufruf von “Friede, Freude, Eierkuchen” für das Darstellen Deutschlands als ein Land unter vielen kritisiert. Die Argumentation über “Standort” und “Konkurrenz” greife zwangsläufig zu kurz, da damit die spezifischen Entwicklungen von Ökonomie und deutscher Ideologie außer Acht gelassen werden würden. Der deutsche Nationalismus sei seit jeher elementar mit völkischem Denken, mit Antiamerikanismus und Antisemitismus verknüpft. Der AK Antifa Köln der für das “Friede, Freude, Eierkuchen”-Bündnis sprach, schaffte es in seinem Redebeitrag sogar am 3. Oktober von der kontextverlorenheit von Israelfahnen auf Demonstrationen zu reden. Das ist am 3. Oktober tatsächlich besonders infam, war doch nach dem Anschluss der DDR der 9.11, als der Tag des Mauerfalls in der Diskussion, wurde dann allerdings aufgrund der Datumsgleichheit mit der Reichspogromnacht auf ein politisch unbedenklicheres Datum verlegt.

Die Demonstration musste aufgrund der restriktiven Polizeivorgaben einer relativ uninteressanten Route im großen Bogen weg vom Stadtkern und den Einheitsfeierlichktein folgen. Die Polizei war an der Demonstration selbst zwar erwartungsgemäß stark präsent, begleitete sie im Wanderkessel, setzte allerdings die verteilten unsinnigen Auflagen wie Transparentlängenbegrenzungen und Abstände zwischen den einzelnen Bannern nicht durch. Anders sah es dagegen im Umfeld der Demonstration aus, wo neben Vorkontrollen auch Ausweisüberprüfungen durchgeführt und Platzverweise ausgesprochen wurden. Als der Demonstrationszug an seinem Zwischenkundgebungsplatz angekommen und damit den nächsten Punkt der Route an den offiziellen Feierlichkeiten erreicht hatte, wurde die Demonstration aufgelöst. Die Teilnehmer_innen strömten nun in Kleingruppen auf das Fest, um dort dezentralisiert vorzugehen.
In der ersten Nachbesprechung verweisen wir auf zwei Sendungen des Freien Senderkombinats:
“Partisan_Innen aller Länder! Vereinigt Euch!” 4 und “Interview zum 3.10 in Bonimaginenodeutschlandn”5.

1 http://imaginenodeutschland.blogsport.de
2 http://friede-freude-eierkuchen.net/
3 http://souslaplage.blogsport.de/texte/2011-redebeitrag-imagine-theres-no-deutschland/
4 http://www.freie-radios.net/43402
5 http://www.freie-radios.net/43407

P.S.: Eine Radiosendung von FSK zum Hintergrund unserer Mobilisierung nach Bonn, zu unserem Aufruf und unserer Kritik am zentralen Bündnis-Aufruf findet sich hier zum Nachhören.







Bonn, wir kommen!

Am Montag fahren wir mit dem Bus nach Bonn, um Deutschland und seinen Fans so gut wie möglich den Tag zu versauen. We imagine there’s no Deutschland! Jetzt steht auch endgültig fest, wann unser Bus aus Hamburg abfährt:

Abfahrt Montag, 3. Oktober, 4:30 pünktlich (bitte seid um 4:15 da)
Treffpunkt S-Bahnhof Sternschanze
Rückreise ab Bonn gegen 18 Uhr

Noch gibt es Restplätze für 20 Euro oder 30 Euro (politischer Preis), die ihr über unsere E-Mail-Adresse buchen könnt.
Deutschland? Nie wieder!

3. Oktober: Anreise nach Bonn

Wir organisieren aus Hamburg eine gemeinsame Anreise per Bus zur Demo gegen die Einheitsfeierlichkeiten am 3. Oktober 2011 um 11 Uhr in Bonn. Es sind noch Plätze frei! Je schneller ihr euch entscheidet, desto einfacher wird unsere Planung.

Hier noch mal die zentralen Fakten:
Abreise am frühen Morgen des Montag, 3.10. (genauer Zeitpunkt folgt)
Rückkehr am späten Abend desselben Tages
Treffpunkt genauere Infos folgen
Kosten 20 Euro oder 30 Euro (politischer Preis)

Die Tickets bekommt ihr direkt bei uns (Mail genügt), im Schanzenbuchladen oder im Comicladen Strips&Stories in der Seilerstraße 40.
Die Seite der Demo gegen die Einheitsfeierlichkeiten findet ihr hier.
Die Seite des Bündnisses, mit dem wir zu einem eigenen Block auf der Demo aufrufen, findet ihr hier.

Diskussionsveranstaltung “Imagine there’s no deutschland”

Am 19.09 laden wir zur Diskussion des Bündnis-Aufrufs „imagine there’s no deutschland“ ein. Mit diesem mobilisieren wir und andere linksradikale Gruppen zu einem eigenen Block auf der Demo gegen die Einheitsfeierlichkeiten in Bonn.
Dort schlägt der deutsche Einheits-Wanderzirkus am 3. Oktober unter dem Motto „Freiheit, Einheit, Freude!“ seine Zelte auf und wir werden uns aufmachen, um dagegen anzustinken. Sowohl in Richtung der schwarz-rot-goldenen Masse als auch in Richtung der Linken wollen wir dabei die Kritik an der Spezifik der deutschen Nation stark machen. Denn die deutsche Ideologie, die in Auschwitz kulminierte, ist weder einfach aus der ökonomischen Rationalität der – jeden bürgerlichen Staat durchherrschenden – kapitalistischen Standortlogik zu erklären, noch hat sie sich seit der „Wende“ einfach in Luft aufgelöst. Das muss nicht nur den Apologet_innen der deutschen Nation, sondern auch dem linken „Ums Ganze“-Bündnis entgegengehalten werden, das ihnen auf den Leim geht.
Wir wollen in der Veranstaltung zunächst unseren Aufruf vorstellen und ihn dann zur Diskussion stellen. Einige kritische Kurzstatements sind bereits zugesagt, wir freuen uns aber auf weitere Wortmeldungen. Dafür empfiehlt es sich, unseren Aufruf vorher zu lesen. Er findet sich bald hoffentlich weit gestreut in den Läden unseres Vertrauens und natürlich im Netz.

19.09.2011 // Hafenvokü // Hafenstraße 116 // 19 Uhr

Imagine there’s no Deutschland

imagine...
Am 03. Ok­to­ber 2011. Gegen Deutsch­land. Immer noch, Immer wie­der!

Wer am 3. Ok­to­ber gegen deut­sche Zu­stän­de auf die Stra­ße geht – an jenem Tag also, der statt des 9. No­vem­ber als Fei­er­tag ge­wählt wurde, um nicht mehr über Ausch­witz reden zu müs­sen – muss eine Kri­tik an die­ser deut­schen Spe­zi­fik for­mu­lie­ren. Eine Kri­tik, die die Be­son­der­hei­ten Deutsch­lands nicht zu er­ken­nen ver­mag, die die Vor­gän­ge in die­sem Land le­dig­lich aus der welt­wei­ten Stand­ort­kon­kur­renz er­klä­ren will, greift nicht nur zu kurz – sie geht auch der Ideo­lo­gie des neuen, ge­läu­ter­ten Deutsch­land auf den Leim. Schlim­mer noch: Eine Ent­schul­dung Deutsch­lands aus den Rei­hen der ra­di­ka­len Lin­ken, wo ei­gent­lich die er­bit­terts­ten Fein­de der Na­ti­on ste­hen müss­ten, be­stä­tigt die­ser Ge­sell­schaft, heute eine unter vie­len zu sein. Die deut­sche Na­ti­on kann nicht nur in ihrer Funk­ti­on als Mo­bi­li­sie­rung der Be­völ­ke­rung im Kampf in­ner­halb der Welt­markt­kon­kur­renz ver­stan­den wer­den. Denn da­durch wer­den die Sub­jek­te nur als Na­tio­nal­au­to­ma­ten ver­stan­den und ohne ei­ge­nes in­ten­tio­na­les Han­deln aus ihrer Ei­gen­ver­ant­wor­tung ent­las­sen. Dabei ist es ge­ra­de die dia­lek­ti­sche Ver­wo­ben­heit von ge­sell­schaft­li­chen Ver­hält­nis­sen und ihrem Nie­der­schlag im In­di­vi­du­um, die im Hin­blick auf Ausch­witz zu er­grün­den sind.

Der komplette Aufruf findet sich auf der Bündnisseite, wir hoffen auf rege Diskussion, weitere Unterstützer_innen und Beteiligung an unserem Demoblock. In den nächsten Tagen sind weitere Ankündigungen mit Hinblick auf Bonn geplant, öfter mal hier oder bei imaginenodeutschland.blogsport.de vorbeischauen wird sich lohnen.

imagine ...

Mobilisierungsveranstaltung gegen den Al Quds Tag

Am 27. August 2011 wollen Islamist_innen in Berlin zum so genannten Al Quds-Tag als Kampftag des politischen Islam auf die Straße gehen. Seit dem Aufruf des iranischen Revolutionsführers Ayatollah Chomeini vom 8. August 1979 demonstrieren Islamist_innen jedes Jahr zu diesem Anlass für eine Welt ohne Israel und die Eroberung Jerusalems. In dieser Tradition verbreitet das iranische Mullah-Regime seit Jahren offen antisemitische Propaganda, leugnet den Holocaust und schürt Hass gegen den „dekadenten Westen“. Gleichzeitig unterstützt das Mullahregime durch Geld- und Waffenlieferungen den Kampf islamistischer Terrororganisationen und arbeitet an seiner atomaren Bewaffnung, die angesichts der regelmäßig ausgesprochenen Vernichtungsdrohungen eine existenzielle Bedrohung für Israel darstellt.

Bei dem Vortrag werden Referent_innen des antifaschistischen Berliner Bündnis gegen den Al Quds-Tag auf die geschichtliche und inhaltlichen Einordnung der Bedeutung des Tages sowie auf die diesjährige Planungen gegen den Al Quds-Marsch eingehen.

Samstag, 30. Juli 2011
18:00 Uhr
Rote Flora

Träume versenken!

Im Folgenden findet ihr den Aufruf des Bündnis „Träume versenken“ zur Demonstration gegen die Gaza-Flotille II:

(PDF-Version)

„Ein Schiff wird kommen und meinen Traum erfüllen und meine Sehnsucht stillen die Sehnsucht mancher Nacht“: Eine Landkarte ohne Israel

Am Ende dieses Monats soll zum zweiten Mal ein Schiffskonvoi gegen Israel und in Richtung Gaza-Streifen ablegen. Auch die „Mavi Marmara“, die im Mai des vergangenen Jahres von israelischen Einheiten erstürmt wurde, wird von Istanbul aus starten und die zweite Gaza- Flottille anführen. Dabei wird von den Organisator_innen in diesem Jahr jedoch auf eine stärkere internationale Beteiligung gesetzt. Statt der sechs Schiffe im letzten Jahr sollen jetzt bis zu 15 Schiffe ablegen besetzt mit etwa 1.500 Teilnehmern aus mehr als 100 Ländern. Diese Flotte soll überwiegend von Europa aus starten, darunter auch ein deutsches Schiff, das voraussichtlich am 19. Juni in Hamburg ablegen wird. (mehr…)

2. Juni 2011 – Keine antisemitische Veranstaltung in Hamburg!

Am Donnerstag, 2. Juni 2011, veranstalten der Palästina Arbeitskreis, die Palästinensische Gemeinde in Hamburg und Umgebung e.V. sowie die Deutsch-Palästinensische Gesellschaft e.V. im Curiohaus an der Rothenbaumchaussee 15 einen Vortrag mit dem Titel „Die Einstaatenlösung“. Sie propagieren damit offen das Ende Israels. Unterstützt werden sie dabei nicht nur vom Hamburger Forum für Völkerverständigung und internationale Abrüstung e.V., sondern auch von der Partei DIE LINKE. Diese hat in letzter Zeit schon häufiger bewiesen, dass sie den Antisemit_innen in ihren eigenen Reihen nichts Wirksames entgegensetzen will. (siehe z.B. hier, hier, hier und hier.)
Die Veranstaltung kommt als scheinbar produktiver Lösungsansatz für den Nahostkonflikt daher. In Wirklichkeit sprechen sich die Veranstalter für das Ende des jüdischen Staates aus – eine politische Position, die gerade in Deutschland schlicht und einfach untragbar ist. Derartige antizionistische und antisemitische Propaganda wird nicht unwidersprochen bleiben. Das Bündnis Hamburg für Israel ruft daher ab 18:30 Uhr zu einer israelsolidarischen Kundgebung vor dem Curiohaus auf. Wir rufen dazu auf, sich dieser Kundgebung anzuschließen und ein deutliches Zeichen gegen jeden Antisemitismus zu setzen.
Das Existenzrecht Israels steht nicht zur Diskussion!

Solidarität mit der Jüdischen Gemeinde Pinneberg!

Mit Erschrecken und Wut haben wir, antifaschistische Gruppen und Einzelpersonen aus Hamburg, von den Gewaltdrohungen gegen Wolfgang Seibert, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Pinneberg und engagierter Antifaschist, erfahren. Der Pinneberger Islamist Harry Machura hatte über das Internet zu Gewalt gegen Wolfgang aufgerufen und ihn als „dreckigen Juden“ beschimpft.
(mehr…)